Das Eierweible2017-11-03T15:18:43+00:00

Das Eierweible

Unsere zweite Fasnetsfigur, das Eierweible erblickte 1993 das Licht auf dem Heuberg. Sie wandelte anfangs des 18. Jahrhunderts auf den Gefilden des Heubergs. Wie vorher schon erläutert war man auf dem Heuberg auf Grund der geographischen Lage mit Lebensmitteln immer knapp. Unter den Bewohnern gab es Familien die auf die Hilfe von Mitmenschen angewiesen waren. So ging das Eierweible nach einer Überlieferung von Haus zu Haus und bettelte, damit ihre Kinder etwas zu essen hatten. Diese Personen waren bekannt und man wusste von ihrer Not. Man war in jener Zeit aufeinander angewiesen und dies gab einen großen sozialen Zusammenhalt.

Der Bauer, der etwas mehr hatte, sah sich in der Pflicht und gab wenn das Eierweible kam, auch etwas. Meist waren es Eier, denn die Hühner waren in Renquishausen sowieso zahlreich vorhanden. Sie trägt ein Trachtenkleid, wie sie in Oberschwaben und Vorderösterreich vorkommt, zu denen der Heuberg in jener Zeit gehörte. Ihr Korb ist aus Weiden, denn das gab die Natur her. Die Strümpfe und Handschuhe sind aus Wolle gestrickt. Damit waren die Frauen während der langen Winter beschäftigt. Unter ihrem Trachtenrock trägt sie einen Unterrock, Fachbegriff ist für diesen der Bananenrock, im Volksmund Stehbrunzhose genannt. Die Schürze war ein natürliches Transportmittel und wurde 10-15 cm unter dem Knie getragen.

Mit schwerem Umschlagtuch war man dann bekleidet. Auch ein Kopftuch gehörte immer dazu. Das i-Tüpfelchen ist das freundliche und liebe Gesicht, das trotzdem immer natürlich wirkt. Die Freundlichkeit versteht sich ja von selbst, denn das Eierweible bettelte und wollte ja etwas.